Rival Schools

United By Fate

Island/Universal
02

Die Rival Schools gehen back to the roots. Walter Schreifels & Co. präsentieren mit United By Fate Sounds, ohne die der heutige Rock nicht möglich gewesen wäre. Dokumentiert wird eine Synthese (den Hardcore der 80er für andere Einfllüsse zu öffnen, damals Crossover genannt), die im damaligen Untergrund von Anfang an umstritten war. Ich vermute mal, dass schon der Band-Name auf solche Sachen anspielt.
Daher gehen Rival Schools mit Underground-typischer straightness im wesentlichen schnörkellos zu Werke, was für manche Zeitgenossen inzwischen wohl auch zu schlicht daher kommt. Richtig ist sicher: Manch aktuelle Combo kommt heutzutage mit dem gleichen Ansatz besser auf den Punkt. Nicht ganz uninteressant ist allerdings die Frage, ob das der Sache überhaupt einen Abbruch tut. Was zum Zeitpunkt der Veröffentlichung (02?) von der geneigten Fachpresse auch tatsächlich debattiert wurde. Mit seltsam verdrehten Fronten- nachdem sich die Debatten bis in die 90er hinein in den Fanzines der Subkultur vollzogen, wurden die Seiten der Barrikade nun von der etablierten Musikpresse repräsentiert. Plötzlich fand sich das staunende Publikum mitten in einer längst erledigt geglaubten und sehr charakteristischen Debatte zwischen einer Art "wertkonservativem" Purismus und einer Forderung nach Innovation, die keinerlei Rückbesinnung mehr zulässt (ein Konflikt, der bislang noch in jeder Subkultur abgelaufen ist- vgl. z.b. die "realness"-Battles im Hiphop).
Visions (03/02) feierte via Titelbild, während sich deren Rezensent Ingo Neumayer in Pathos erging (Stichworte: "bundespräsidiale Worte ... Elder-Statesmen-Rock ... große Koalition des Gitarren-Rock"- also schnellstens los zur APOtheke ;o) Was im frommen Wunsch gipfelte, nun schlicht das Rad der Zeit zurückdrehen und "vom gesetzteren Postcore-Verehrer bis zum Emo-Nachwuchs, vom Grunge-Veteran bis zum offenen New Metal-Goutierer" alles wieder vereinen zu können.
Anderer Meinung?