Aesop Rock

Bazooka Tooth

Def Jux
03


Der Aesop rockt irgendwie das Gegenteil von minimal: Hier steckt so viel drin, dass ich kaum weiß, wo ich jetzt mal anfange. Querverweise, Bezüge und Brüche aller Orten. Sehr deep wenn auch gerade nicht im klassischen Hiphop-Sinne. Kein Reduktionismus in den Beats, sie werden problemlos getürmt in Richtung, ja ich sag jetzt mal: D & B. Auch wenn Aesop Rock da wohl nicht wirklich andocken will, hat er doch einiges davon gelernt, würde ich mal sagen. Von daher opulent- aber brüchig. Hier gibt es nichts für Kopfnicker oder die Goldkettchen-Fraktion (schätze, Marshall Mathers würde grün im gesicht ;-)
Genau, wie du dir es auch unter einer antändigen Independent-Produktion vorstellst, lässt Aesop Rock auch geschliffenen Turbo-Sound draußen: Es kratzt und knirscht an allen Ecken und erlaubt sich Schrägheiten aller Art. Massig Freiheitsgrade auch für den Flow, der mit einigem Jazz wortgewaltiges sportet.

Für debug (10/03) erläutert Aesop Rock seine Arbeitsweise so:
"Ich bin kein crate-digger oder so, ich gebe keine Unsummen für Platten aus, drei Dollar pro Platte sind meiner Meinung nach vollkommen ausreichend. Ich gucke mir die Band auf dem Cover an und wenn sie lustig aussehen, nehme ich die Platte mit. Oder wenn es interessante Instrumente auf der Platte gibt, kauf ich sie und hoffe, dass sie auf keinem Majorlabel ist, so dass es keine Probleme gibt".

Hört sich nett an, wo er sich aber kurz vorher noch über Filesharing beschwerte ("die reine Pest"), offenbart das auch ein reichlich gespaltenes Verhältnis zu den aktuellen Fronten am Musikmarkt. Wenn 3 Dollar tatsächlich genug sind, wer soll dann dieses Erzeugnis kaufen?
Und: Mit Protektionismus wäre Hiphop wohl nie entstanden...

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