Erykah Badu

Mama’s Gun

Motown
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Erykah Badu wurde ja von interessierten Kreisen bereits in der 2. Hälfte der 90er groß gehandelt, was ich allerdings damals nicht so ganz teilte. Aber mit Mama's Gun hat sich Eykah Badu definitiv in meinen persönlichen Olymp der (über-)lebenswichtigen Platten gespielt.
Mama's Gun- sie ist nicht weg, sondern hat im Gegenteil die Knarre im Anschlag. Schon dieses milde Wortspiel im Titel treibt mir ein friedliches Lächeln in die Mundwinkel. Erykah Badu hat hier ohne allzu groß rumzutönen für meinen Geschmack definitiv eins der größten Soul-Alben aller Zeiten hin gelegt. Viel Jazz drin (Herbie Hancock hört man deutlich trapsen), trotzdem sehr Funky. Was ihr meinen besonderen Respekt einträgt: Sie hat eine durchaus zerbrechliche Stimme (was ich sehr schnell nervig finde), aber vermeidet mit großer Brillianz jede Versuchung, deswegen die momentan ach so populäre Balladen-Schnikse zu geben. Ganz im Gegenteil: dies ein mit beharrlicher Konsequenz vorgetragenes Stück Selbstbewusstsein, das eigentlich gar nicht richtig Understatement genannt werden kann. Denn Erykah Badu weiss sehr genau, dass sie herausragendes kann und versteckt das keineswegs. Hat es aber absolut nicht nötig, einen riesen Film drum zu machen- wirkliche Größe nennt man das dann wohl.
Mama’s Gun ist soulful, funky, streckenweise intellektuell, sehr entspannt und gut durchdacht- kurz: ein Jahrhundertwerk (das obendrein auch noch im passenden Jahr erschien).
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