Der Opernfaktor

Der Ursprung meiner Verdauungsbeschwerden mit epischem Metal ist schlicht: Klassik & Oper sagen mir einfach nichts. Besonders das, was das bildungsbürgerliche Kunstverständnis daraus macht, ist mir durchaus ein Greuel. Eine über jeden Zweifel erhabene "Errungenschaft" thront auf einem monströsen Sockel- mit meinem Leben hat das nicht das Geringste zu tun. Und die Tatsache, dass diese Leute tatsächlich seit Jahrhunderten das ewig Gleiche aufführen, zaubert bei mir nur ein verständnisloses Grinsen auf die Mundwinkel.
Bliebe die Frage, warum eigentlich ausgerechnet Metaller eine Vorliebe für klassische Bezüge entwickelt haben. Weil die Pose des Heldentenors eine ist, die lederne Vorkämpfer auch gern einnehmen? Tja- mir ist das einfach zu überkandidelt. Und das berührt wohl einen alten Konflikt, den Dave Grohl passend auf den Punkt gebracht hat. Dieser Konflikt steht für einen Generationswechsel, dem nachträglich der Sticker Nu Metal aufgeklebt wurde.
Um es noch komplizierter zu machen:
Ich habe nichts gegen (orchestralen) Breitwand-Sound.
Schöne Melodien gefallen mir auch.
Es mögen wie so oft irgendwelche biographischen Zufälle sein, aber wenn ich etwas derartiges will, bediene ich mich woanders (z.B. Soul: Angie Stone- "So pissed off"...)
Von Metallern mag ich sowas nicht hören- aber das ist halt mein persönlicher Geschmack, den ich an dieser Stelle ausnahmsweise so breit auswalze um zu erklären, warum ich manchen Metal kritischer beurteile, als hauptberufliche Stahlwerker das tun würden. Was vor allem keineswegs zu bedeuten hat, dass andere Meinungen hier nicht stattfinden sollen- ganz im Gegenteil: Ein wichtiger Zweck dieser Seite ist der Austausch mit Leuten, die andere Positionen vertreten. Ich habe kein Interesse daran, meine private Sicht als Wahrheit oder sonst irgendwie wichtig verkaufen zu wollen- sie steht hier, weil es ein Anfang ist.
In diesem Sinne

Q'pla!
(Wie die Klingonen sagen ;-)

Anderer Meinung?